Bereich Industrielle Gemeinschaftsforschung

Projektliste mit Publikationen

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Realitätsnahe Prüfmethode von Zytostatika- und Sicherheitswerkbänken

AiF-FV Nummer: 12500

Laufzeit:

01.06.2000 - 31.05.2002

Forschungsstellen:

  • Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V.
    Bliersheimer Str. 60, 47229 Duisburg
    www.iuta.de

  • Institut für Medizintechnik Dresden im Förderverein IMT Dresden e.V.
    Bernard-Voß-Str. 25 - 27, 1445 Radebeul
    www.imt-dresden.de

  • Institut für Luft- und Kältetechnik gGmbH
    Bertolt-Brecht-Allee 20, 1309 Dresden
    www.ilkdresden.de

Zusammenfassung:

Der Bedarf einer neuen und verbesserten Prüfmethode für die In-situ-Bestimmung des Rückhaltevermögens (bzw. des Schutzfaktors) von Zytostatika- und Sicherheitswerkbänken resultiert aus der aktuellen Diskussion in den Fachkreisen über einen verbesserten Personenschutz bei der Zubereitung von Zytostatika, Virustatika und Antibiotika sowie im mikrobiologischen Bereich. Der wesentliche innovative Beitrag der neuen Prüfmethode liegt in der Integration eines mechanischen Prüfarms, der während des Prüfvorgangs definierte und standardisierte Prüfbewegungen innerhalb der Sicherheitswerkbank ausführt. Durch diese realitätsnahen Prüfbedingungen werden mögliche Störungen der Luftströmung innerhalb und im äußeren Nahbereich der Werkbank sowie die daraus resultierende größere Partikelfreisetzung in den Aufstellungsraum der Werkbank erfasst. Die Störanfälligkeit der Luftströmungen wird hauptsächlich durch die individuellen Aufstellungsbedingungen, die raumlufttechnischen Gegebenheiten vor Ort sowie unterschiedliche Konstruktionsmerkmale und Ausführungsformen von Sicherheitswerkbänken bestimmt. Durch das gezielte Initiieren von Störungen in der Luftströmung durch den bewegten Prüfarm werden diese Faktoren im Messergebnis verstärkt berücksichtigt. Eine bestandene Prüfung des Personenschutzes, ausgeführt mit der neuen Prüfmethode, liefert für den Benutzer der Sicherheitswerkbank ein qualitativ besseres Messergebnis mit einer größeren Aussagekraft zum individuellen Rückhaltevermögen unter Einbeziehung einer Vielzahl von Einflussparametern. Insbesondere zeigen die Messergebnisse, dass Werkbänke, die den heute üblichen Prüfungen genügen, bei der Berücksichtigung bestimmter Prüfbewegungen deutlich mehr Partikel in den Aufstellungsraum freisetzen. Daraus ergibt sich die für den Personenschutz überaus interessante Fragestellung nach dem Einfluss unterschiedlicher Konstruktionsmerkmale und Ausführungsformen von Sicherheitswerkbänken auf das Rückhaltevermögen unter Berücksichtigung von definierten Prüfbewegungen. Weitere besonders innovative Beiträge der neuen Prüfmethode liegen in der Verwendung von chemisch inerten und biologisch inaktiven Prüfpartikeln sowie deren substanzspezifischem Nachweis mittels fluoreszierender Polystyrol-Partikel. Für die In-situ-Prüfung des Rückhaltevermögens ist der eindeutige substanzspezifische Nachweis der Prüfpartikel in der Raumluft des Aufstellungsraums der Sicherheitswerkbank unabdingbar. Bisher haben keine Prüfpartikel zur Verfügung gestanden, die neben dieser Eigenschaft gleichzeitig auch chemisch inert und biologisch inaktiv sind. Diese Forderung erfüllt erstmals und exklusiv die neue Prüfmethode. Die neue Prüfmethode kann überall dort eingesetzt werden, wo das Einbringen von Prüfpartikeln aus biologischen oder reaktiven Substanzen in den Aufstellungsraum der zu prüfenden Sicherheitswerkbank unzulässig ist. Insbesondere sind dies Arbeitsbereiche zur Zubereitung von Arzneimitteln, sowie mikrobiologische und biotechnologische Laboratorien. Dies gilt sowohl für die Prüfung des Rückhaltevermögens an der Arbeitsöffnung als auch für die Prüfung des Rückhaltevermögens von Abluft- und Umluftfiltersystem der Werkbank. Die postulierten Ziele des Forschungsvorhabens sind erreicht und in praxisgerechte Lösungen umgesetzt worden. Zusammen mit den Mitgliedern der beteiligten Normenausschüsse soll die neue Prüfmethode etabliert und zu gegebener Zeit in die entsprechenden Normen aufgenommen werden.

Förderhinweis:

Das Forschungsvorhaben der Forschungsvereinigung Umwelttechnik wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Abschlussbericht:

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